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Pressemitteilungen 2016



13.09.2016 Zugang zu Ausbildung und Arbeit für Flüchtlinge
(Presseinformation Nr. 6)

Integrationsgesetz bietet vereinfachten Zugang zu Ausbildung und Arbeit sowie zu gesichertem Aufenthalt

Hamburg hat sich auf Bundesebene erfolgreich für einen erleichterten Zugang von Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit eingesetzt: Durch das neue Integrationsgesetz entfällt die Vorrangprüfung im Agenturbezirk Hamburg für drei Jahre.

Die so genannte „3plus2-Regelung“ ermöglicht Geflüchteten zudem für die Zeit der Ausbildung (3 Jahre) und für die anschließende Weiterbeschäftigung oder Arbeitssuche (bis zu 2 Jahre) einen gesicherten Aufenthalt in Deutschland. Dies macht das Anfang August in Kraft getretene Integrationsgesetz möglich.

„Eine Ausbildung ist eine Chance auf einen gesicherten Aufenthalt für Flüchtlinge mit unklarer Aufenthaltsperspektive. So haben Geflüchtete, die eine Ausbildung beginnen eine Aufenthaltsperspektive und Ausbildungsbetriebe eine gute Planungssicherheit“ erklärt Senatorin Melanie Leonhard. „Wir werden die Geflüchteten deshalb mit einer Kampagne unter dem Motto „Ausbildung – Deine Wahl! Deine Chance!“ über diese Möglichkeit informieren und dafür werben, hier eine Ausbildung zu beginnen.“

Neben Flyern für Arbeitgeber, Info-Karten in mehreren Sprachen für Flüchtlinge und Plakaten stehen im Internet unter www.hamburg.de/yourchance mehrsprachige Informationen zur Verfügung.

Stand der Dinge: W.I.R – work and integration for refugees

Als Reaktion auf die starke Zunahme der Flüchtlinge wurde im vergangenen Jahr das Kooperations-projekt W.I.R eingerichtet (www.hamburg.de/wir). Es richtet sich sowohl an Geflüchtete mit einer Anerkennung, als auch an Geflüchtete, die noch im Anerkennungsverfahren sind oder einen Duldungsstatus haben. Ziel von W.I.R ist es, die Kompetenzen von Flüchtlingen festzustellen, Qualifizierungsangebote zu vermitteln und den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt zu ebnen. Zugleich ist W.I.R Ansprechpartner für Arbeitgeber, die Ausbildungs- oder Arbeitsplätze bzw. Praktika für Flüchtlinge bereitstellen möchten.

Seit dem Start der Aufnahme des Kundenbetriebs im Oktober 2015 sind bis Ende August 2016 insgesamt 3.518 Kundinnen und Kunden in W.I.R aufgenommen und 2.417 Lebenslagenberatungen sowie 4.178 berufsbezogene Beratungen durchgeführt worden.

Der Senat hat eine Mitteilung an die Hamburgische Bürgerschaft beschlossen (21/5832), die unter anderem einen Sachstandsbericht über das Vorhaben W.I.R gibt. Für eine detailliertere Analyse über die mitgebrachten Kenntnisse und Qualifikationen erfolgte im April eine Auswertung der Beratungsakten. Ergebnis dieser Stichprobe ist: Jeder zweite Geflüchtete bringt beruflich verwertbare Kompetenzen mit. Rund 20 Prozent der Geflüchteten verfügen über formale Qualifikationen, rund 30 Prozent bringen non-formale Qualifikationen mit. Diese Kompetenzen festzustellen und einen Integrationsweg zur Aufnahme einer qualifizierten Beschäftigung zu entwickeln, ist eine der wesentlichen Aufgaben von W.I.R.

Mit dem Projekt „Mission Zukunft“ der Handwerkskammer und einem ersten Pilotprojekt der Handelskammer im Gastronomie-Bereich liegen nun erste Erfahrungen der Kammern vor, die als „zuständige Stellen“ die Verantwortung für die Einschätzung der Gleichwertigkeit beruflicher Kompetenzen tragen.

Bestätigt wird in der Auswertung aber auch, dass für diejenigen, die beruflich verwertbare Qualifikationen mitbringen, der Weg in Arbeit Zeit braucht. Das Erlernen der deutschen Sprache ist nicht nur für die Verständigung im Betrieb erforderlich, sondern auch, um die notwendigen Qualifizierungskurse absolvieren zu können.

Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Hamburg: „Der Hamburger Arbeitsmarkt zeichnet sich durch ein kontinuierliches Beschäftigungswachstum aus, Jahr für Jahr entstehen bis zu 20.000 neue Jobs. Davon profitieren alle Gruppen des Arbeitsmarktes: Fach- und Führungskräfte aber besonders, denn 90 Prozent der 16.000 freien Arbeitsstellen sind mit diesen qualifizierten Bewerbern zu besetzen. Deshalb müssen wir gemeinsam alle Anstrengungen bündeln, um idealerweise abschlussbezogene Aus- und Weiterbildungsangebote für Geflüchtete sichtbar, attraktiv und langfristig lukrativ zu machen. Der Faktor Zeit ist wichtig – der lebenslange Vorteil für den Einzelnen und die Gesellschaft aber bedeutsamer. Mit W.I.R sind wir in Hamburg stark aufgestellt und praktisch vernetzt.“

Dirk Heyden, Geschäftsführer von Jobcenter team.arbeit.hamburg: „Viele geflüchtete Menschen haben Berufserfahrung, aber keine klassische Ausbildung absolviert. Hier gilt es gleichzeitig die Chancen zu sehen und auch Chancen zu bieten. Die rein formale Qualifikation nach klassisch deutschen Maßstäben, darf deshalb für uns nicht der einzige Maßstab sein. Sie sagt längst nicht alles über das Potenzial, das diese Menschen bieten“.

 

Kontakt für die Medien:

Jobcenter team.arbeit.hamburg

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Heike Böttger/Matthias Thamling

team-arbeit-hamburg.Presse@jobcenter-ge.de

Tel: 040.600 98 104/135

Fax: 040.600 98 199

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